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22.07.2026

Bioenergie überholt Erdgas: Österreichs Weg in eine nachhaltige Energiezukunft

Eine neue Studie des Österreichischen Biomasse-Verbandes zeichnet ein klares Bild: Die Bioenergie hat im nationalen Energiemix erstmals das klimaschädliche Erdgas überholt und deckt bereits rund 21% des Bruttoinlandsverbrauchs. Diese bahnbrechenden Ergebnisse, die auf der jüngsten Konferenz des Verbandes vorgestellt wurden, zeigen eindrücklich, dass Österreich auf dem richtigen Weg zur Energiewende ist.

Waldumbau und Bioenergie: Eine Win-Win-Situation

Die Dringlichkeit eines beschleunigten Waldumbaus aufgrund der Klimakrise war ein zentrales Thema. Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes, betonte dabei die doppelte Rolle des Waldes: Als Kohlenstoffspeicher und als Lieferant von Holz, das fossile Brennstoffe ersetzt.

„Es fehlt nicht an erneuerbaren Lösungen, sondern am Willen zum Ausstieg aus fossilen Energien“, so Titschenbacher. „Die Elektrifizierung auf der einen Seite und der Ausbau der Biomasse auf der anderen ermöglichen gemeinsam ein zu 100% fossilfreies, leistbares und umweltfreundliches Energiesystem.“ Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die Wälder klimafit zu machen und gleichzeitig ihr Potenzial als nachhaltige Energiequelle zu nutzen.

Der Wärmesektor als Game-Changer

Ein weiterer Fokus lag auf dem Wärmesektor, der als einer der größten Hebel für die Defossilisierung unseres Energiesystems identifiziert wurde. Lorenz Strimitzer von der Österreichischen Energieagentur hob hervor, dass der saisonale Energiebedarf im Wärmebereich fünfmal größer ist als im Stromsektor und massive Bedarfsspitzen bis zu 63 GW erreichen.

„Wir müssen die Erneuerbaren im Wärmebereich massiv ausbauen, um die Erzeugungslücke – vor allem im Winter – zu schließen“, erklärte Strimitzer. Die Studie zeigt klar, dass die direkte Nutzung von Bioenergie hier ein wesentliches Instrument ist, um unsere Energie- und Klimaziele zu erreichen.

Warum Bioenergie alternativlos ist

Die detaillierten Analysen belegen, dass Bioenergie zur Erreichung der EU-Erneuerbaren-Ziele alternativlos ist. Die Defossilisierung des Wärmesektors durch Biomasse schafft nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Vorteile, indem sie heimische Wertschöpfung und Beschäftigung fördert. Die Szenarien der Biomassestrategie zeigen, dass eine ambitionierte Steigerung der Biomasse-Nutzung bis 2040 auf 300 – 350 PJ möglich ist.
Die Zukunft des Waldes: Vielfalt statt Monokultur

Um diese Ziele zu erreichen, ist auch eine nachhaltige Waldbewirtschaftung entscheidend. Die Diversifizierung der Waldwirtschaft weg von Fichten-Monokulturen hin zu klimaresilienten Mischbeständen ist ein weiterer Pfeiler der Strategie. Dies sichert nicht nur die langfristige Rohstoffversorgung, sondern macht unsere Wälder auch widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels.

Erfahren Sie mehr!

Den vollständigen Bericht zur Konferenz und den zugrundeliegenden Studien des Österreichischen Biomasse-Verbandes finden Sie hier „Bioenergie überholt Erdgas“

Zsolt Garai, Markus Herzog

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