Polytechnik Ernsthofen (1)
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15.09.2026

Nachhaltige Wärmeversorgung durch Biomasseheizwerk in Ernsthofen

Die Polytechnik-Gruppe stärkt ihre Position als Partner für nachhaltige Energielösungen und baut die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der EVN, dem größten Naturwärmeversorger aus Biomasse in Österreich, weiter aus.

Zur Sicherstellung der Wärmeversorgung ortsansässiger Industrieunternehmen und zur Reduzierung des Einsatzes fossiler Brennstoffe hat sich der Energieversorger EVN Wärme für die Errichtung eines Biomasseheizwerks am Standort Ernsthofen entschieden. Das stillgelegte Heizkraftwerk wurde durch eine 5-MW-Anlage ersetzt, die auf fortschrittlicher Verbrennungstechnologie basiert.

“Die Realisierung des Projekts innerhalb von lediglich 18 Monaten von der Auftragsvergabe bis zur Inbetriebnahme im Herbst 2024 war sportlich. Unser Konzept einer hydraulischen Vorschubrostfeuerung mit aufgesetztem Warmwasserkessel überzeugte EVN Wärme jedoch auf ganzer Linie.” erklärt Franz Bauer, Leiter Feuerungstechnik bei Polytechnik.

Die neue Anlage, ein neues 5MW-Biomasseheizwerk, basiert auf einer hydraulischen Vorschubrostfeuerung mit aufgesetztem Warmwasserkessel. Die Montage der Anlage begann im November 2023, und der Vollbetrieb wurde im Oktober des Folgejahres aufgenommen. Die Integration des neuen Heizwerks wurde durch die vorhandene Infrastruktur vereinfacht, da nur noch der Anschluss an das Fernwärmenetz herzustellen war. Das Brennstofflager mit einem Volumen von 7500 m³ wird wöchentlich von regionalen Lieferanten oder einem Zwischenlager des Energieversorgers mit Hackgut beliefert. Der jährliche Rohstoffeinsatz beträgt rund 4000 Tonnen Hackgut.

Die Beschickung der Feuerung erfolgt über fünf Schubstangen und einen Trogkettenförderer. Zur Rückbrandsicherung sind ein mechanisches Schleusensystem sowie ein Sprinklerventil integriert. Die Anlage wird alle zwei Tage mit Brennstoff befüllt und ist für einen saisonalen Betrieb von rund 4500 Stunden (September bis Mai) ausgelegt.

Die Verbrennung des Brennstoffs erfolgt auf hydraulisch bewegbaren Rosten, die den Brennstoff im Feuerraum verteilen und weiterbefördern. Die vollautomatische Verbrennungsanlage verfügt über eine automatische Entaschung sowie einen integrierten Rauchgasfuchs. Durch die geregelte Zufuhr von Primär- und Sekundärluft und die strömungsoptimierte Feuerungsgeometrie wird eine lange Verweilzeit des Heißgases in der Brennkammer erreicht, was zu einer effizienten und schadstoffarmen Verbrennung führt.

Die Rauchgase werden mit einem drehzahlgeregelten Rauchgasventilator aus dem Brennraum abgesaugt und durchströmen anschließend einen Multizyklon sowie einen Elektrofilter. Die anfallende Asche wird über Ascheschubstangen und Ascheschnecken in eine Aschetonne transportiert. Auch die bei der Rauchgasentstaubung anfallende Flugasche wird der Aschetonne zugeführt.

Der Energieversorger EVN Wärme betreibt bereits mehrere Biomasse-KWK-Anlagen und Heizwerke und ist ein bedeutender Anbieter von Naturwärme aus Biomasse. Biomasse bleibt ein wichtiger Energieträger für die Fernwärmeversorgung. Zukünftig sollen auch andere erneuerbare Wärmekonzepte wie Power-to-Heat-Anlagen, Großwärmepumpen und Geothermie eine größere Rolle spielen. Das Ziel ist der Ausbau der Fernwärme und die Reduktion des Einsatzes fossiler Energien.

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