- Expertise
22.09.2025
Energie aus Altholz Kategorie A3: Analyse und Maßnahmen für nachhaltige Verwertung
Altholz - Was für den einen Abfall ist, birgt für den anderen ein enormes Energiepotenzial. Doch der Weg vom vermeintlichen Müllhaufen zur sauberen Energiequelle ist oft steiniger als gedacht.
Altholzverbrennung ist keine einfache Gleichung, sondern ein komplexes Zusammenspiel aus Analyse, Technologie und Know-how. Denn was passiert, wenn plötzlich Störstoffe die Anlage lahmlegen oder korrosive Bestandteile die Lebensdauer verkürzen? In diesem Artikel tauchen wir ein in die Welt der Altholzverbrennung – effizient, störungsfrei und im Einklang mit den strengsten Umweltauflagen.
Herausforderungen bei der Verbrennung höher belasteter Altholzfraktionen
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Kritische Eigenschaften des Brennstoffs, die den Betrieb einer Anlage zur Altholzverbrennung maßgeblich beeinflussen:
- Ascheerweichungstemperatur (Indikator: Verhältnis der Gehalte von Si, P, K zu Ca, Mg, Al)
- Störstoffgehalt (z. B. Metalle, NE-Metalle, Sand, Steine etc.)
- Gehalte an Stickstoff, Schwefel, Chlor und Schwermetallen
- Gehalt an Pentachlorphenol (PCP), polychlorierten Biphenylen (PCB) und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK)
- Hochtemperaturkorrosionsverhalten (Indikator: Verhältnis der Gehalte von Schwefel und Chlor)
Typische Probleme im Anlagenbetrieb bei nicht optimierten Bedingungen
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- Ascheversintern und Schlackenbildung (führt zu Blockaden im Rostbetrieb und reduzierter Verfügbarkeit)
- Ablagerungen auf Wärmeaustauschflächen (verringern Wärmeübertragung und Kesselwirkungsgrad)
- Hochtemperaturkorrosion (führt zu Beschädigungen der Heizflächen)
- Korrosion durch Kondensation von Salzsäure, Schwefelsäure und schwefliger Säure (führt zu Materialschäden)
- Emission gasförmiger organischer Stoffe sowie anorganischer staub-, gas- oder dampfförmiger Substanzen
Technische Maßnahmen zur Optimierung des Anlagenbetriebs
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Die Anlage sollte mit geeigneten technischen Lösungen ausgestattet werden:
- Die Form und Größe der Feuerung auf diese Brennstoffart abgestimmt
- Unterrost-RG-Rezirkulation (senkt lokal die Temperaturen und reduziert die Schlackeneigung)
- Altholzspezifische Rostentaschung (verhindert das Verstopfen durch schwer förderbare Aschen)
- Niedrigere Temperatur am Austritt der Feuerung – 930 °C (verhindert Anbackungen und schützt nachgeschaltete Aggregate)
- Eintrittsschirm (schützt Kesselheizflächen vor direkter Strahlung und Partikelanflug)
- SNCR-Anlage – selektive nicht-katalytische Reduktion (gezielte NOₓ-Minderung durch Harnstoffeinspritzung)
- Additivdosierung
- Einsatz eines Gewebefilters anstelle eines Elektrofilters
Wartungskonzept und Betriebsempfehlungen
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Ein stabiler Anlagenbetrieb erfordert neben einer geeigneten technischen Auslegung auch ein angepasstes Wartungs- und Betriebskonzept:
- Regelmäßige Reinigung: mindestens zweimal pro Jahr – abhängig von der Betriebsweise sowie immer dann, wenn die Abgastemperatur bei Kesselnennleistung um 20 K höher liegt
- Wartung gemäß Betriebs- und Wartungsanleitung: zur frühzeitigen Erkennung und Behebung von Störungen
- Geplante Revisionen und Servicegänge: zur Sicherstellung der dauerhaften Funktionstüchtigkeit der Anlage
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